Wir über Uns

Entstanden ist der Capri Club Westerholt 1988 durch Dirk Zentara und Lothar Drewes, zwei "Langnasen-Freunden" (nicht das Körperteil) aus Westerholt, die beschlossen - nachdem sie seit 1986 die ersten Capri-Treffen besuchten - einen typenspezifischen eigenen Club zu gründen. Die Ersten waren sie mit diesem Gedankengang selbstverständlich nicht. Rund 100 Clubs bildeten allein in Deutschland das Vorbild.

Der Sinn der Clubgründung bestand darin, gemeinsam mit Gleichgesinnten aus dem "Hobby Capri" ein wenig mehr zu machen. Neue Bekanntschaften zu schließen, Erfahrungen und Tipps auszutauschen, gegenseitige Hilfe bei Reparaturen, Pflege und Wartung, gemeinsame Ausflüge und Fahrten - eben das ganze Programm.

Die ersten Mitglieder wurden von den Beiden durch eine Flugblattaktion auf die mögliche Initiierung eines Vereins aufmerksam gemacht. So trafen sich auf einem Parkplatz in Westerholt am 11. Juni 1988 zehn Capri-Fahrer und beschlossen die Gründung eines Capri Clubs.

Die anwesenden Herren sahen sich seinerzeit regelmäßig in der Kneipe und setzten gleich Maßstäbe, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben. Der CCW diskutiert etwa gern, brauchte gut acht Monate um über die Gestaltung des neuen Logos (Verabschiedung Januar 2004) endgültig Einigkeit zu erzielen. Eine echte Tradition: so entzündeten sich einst beharrliche Debatten um den Namen. Mit CAPRI CLUB WESTERHOLT sollte schließlich zweierlei ausgesagt werden. Dass es sich nämlich in diesem Club hauptsächlich (nicht ausschließlich) um das Fahrzeug Ford Capri dreht. Und außerdem sollte sich auch die Heimat im Namen wieder finden. Klingt logisch - musste aber erst einmal debattiert werden. Übrigens: auch wenn der CCW inzwischen nicht mehr in Westerholt zusammenkommt und außer Lothar Drewes niemand mehr dort wohnt - ein "Markenname" bleibt natürlich unangetastet. Die Nachbarn spielen schließlich auch jenseits des Stadtteils Schalke und heißen dennoch nicht FC Gelsenkirchen 04. ...

Kurz ein wenig Geografie: Westerholt ist ein Stadtteil der ehemaligen Bergbaustadt Herten, besitzt eine Grenze zum schon angesprochenen Gelsenkirchen und liegt somit "mitten im (Ruhr-)pott". Aber kommt uns jetzt bitte nicht mit dem Klischee "vor lauter Staub sieht man die Sonne nicht". Ist lange her - schon als der letzte Capri vom Band lief, konnte man sich hier im Sommer einen Sonnenbrand einhandeln.

Zurück zum Thema und in das Jahr 1988. Durch weitere Zettelaktionen und Mundpropaganda wurden ständig neue Mitglieder gesucht. Die Anzahl pendelte im Laufe der Jahre zwischen den eingangs erwähnten zehn Mitgliedern bis auf die Anzahl von 27. Zur Zeit besteht der Club aus 22 Mitgliedern, von denen immerhin fünf weiblich sind. "Gründungsvater" Dirk Zentara steht unserer Truppe seit vielen Jahren als Vorsitzender voran. Sein damaliger Gesinnungsgenosse Lothar Drewes kehrte nach längerer Abstinenz im Juni 2003 zurück, neben Zentara gehört auch Frank Pachan dem Club seit den Gründertagen ohne Unterbrechung an. Die Altersspanne lassen wir an dieser Stelle weg. Grauer werdende Haare und im Umfang zunehmende Bekleidung sind Erscheinungen, die nicht auch noch durch Zahlen untermauert werden sollen. Wir bitten um Verständnis...

Voraussetzung für den Erwerb der Mitgliedschaft im CCW ist heute wie damals, dass der Interessent entweder Halter, Fahrer oder Beifahrer eines Ford Capri der Baujahre 1968 bis 1986 ist. Das hat auch seinen Grund. Denn das später in den USA entwickelte Fahrzeug, welches ebenfalls den Namen Capri erhielt, hat vom Aussehen und der gesamten Technik her nichts mehr mit dem Original zu tun.

Im Jahreskalender der CCW-Mitglieder sind stets die Capri-Treffen vermerkt. Diese werden von Clubs in der gesamten Republik, sowie dem angrenzenden Ausland, ausgerichtet. Langnasen aus Westerholt rollten unter anderen schon zu Veranstaltungen in den Niederlanden, der Schweiz, England, Dänemark oder Luxemburg. In den Spitzenzeiten, als die Szene Ende der 80-er, Anfang der 90-er Jahre im versunkenen Jahrtausend boomte, kamen schon mal 1000 oder mehr Fahrzeuge zusammen. Die Tendenz ist in quantitativer Hinsicht aber klar fallend. Kein Wunder, befindet sich von den einst rund 1,85 Millionen gebauten Exemplaren, nicht einmal mehr ein Prozent im Lande und ist fahrbereit. Zu den Aktivitäten während der Treffen gehören neben dem Erfahrungsaustausch mit anderen Clubs zum Beispiel Orientierungsfahrten, verschiedene Wettbewerbe, Prämierung der schönsten Fahrzeuge mit Pokalvergabe, Ersatzteilmarkt und natürlich die große Feier am Abend.

Längst schauen wir auch über den Tellerrand unseres Fahrzeugtyps hinaus. Verschiedene Mitglieder nahmen schon häufig an markenübergreifenden Oldtimer-Veranstaltungen teil. Und auch neben den 100.000 Euro-Karossen kommt das Kölner Sportcoupé zur Geltung. Der "Wiedererkennungswert" a la "habe ich auch mal gefahren" oder "ist das ein 2,3-er" (wahlweise auch Ausstattung, Baujahr etc.) führt dabei stets zu angeregten Gesprächen.

Schon ein paar Tage her - aber für uns unverrückbar ein wichtiges Datum. Am 10. August 1993 wurde der Capri Club Westerholt in das Vereinsregister beim Amtsgericht Recklinghausen eingetragen. So ein "e.V." steht in einem bürokratisch geprägten Land eben für eine gewisse Seriosität. Hoffen wir jedenfalls...

Einen Umzug in zwei Etappen haben wir zwischenzeitlich auch gestemmt. Die erste Immobilie wurde am 1. Juni 1994 angemietet. Bei der Besichtigung der damals angebotenen Halle erwähnte der Vermieter zeitgleich Räumlichkeiten für die Stunden neben und nach dem Schrauben. Naja - der spätere Clubraum diente bis zur Übernahme als Taubenschlag; der Rest bestand hauptsächlich aus Sperrmüll und Unrat, der sich im Laufe der Jahre in diesem ehemaligen Speicher angesammelt hatte. Es gab kein Wasser, kein Strom und keine vernünftigen Fenster. Trotzdem wurden mit viel Optimismus beide Objekte gemietet.

Es entstand ein Clubraum, ein Aufenthaltsraum mit Theke und Kücheneinrichtung sowie ein Bad. Die gesamten Installationen und Umbauarbeiten wurden in Eigenleistung von den Mitgliedern erbracht.

Das "Aus" für diese Oase der Freude wurde später durch die Verlagerung der Halle in die heutige Schrauber-Bude (siehe entsprechendes Thema auf unserer Seite) nach Gelsenkirchen-Bismarck eingeläutet. Fernab von den Autos verödeten die Räume und wurden kaum noch frequentiert. Damit war klar: der Club muss komplett über die Stadtgrenze. Seit Dezember 2002 haben wir uns nun in Bismarck im Innenraum eines Dreifach-Bürocontainers eingenistet. Die Theke gibt es immer noch (dies ist ja auch unverzichtbar), eine kleine Küchenzeile ist ebenso vorhanden wie einladende Sitzlandschaften. Selbst auf ein WC mit fließendem Wasser muss nicht verzichtet werden. Kleiner aber nicht minder fein ist unser heutiges Heim. Und partytauglich ist es auch - wir haben es bereits intensiv getestet.